Doris Dietrich
Bad Driburg. Informationstafeln geben spannende Einblicke in die Geschichte unserer Stadt. In loser Folge stellen wir sie hier vor. Viele Bad Driburger gehen täglich daran vorbei – ein kurzer Halt lohnt sich jedoch. Die Tafeln stehen im Stadtzentrum. Sie laden zu einem besonderen Rundgang ein: Jede Station widmet sich einem eigenen Thema. Die Tafeln sind barrierearm. Die Informationen zu den Stationen sind auch taktil (Brailleschrift, Prismenschrift) erfassbar. Die Exponate sind im Sitzen sichtbar, wahrnehmbar und erkennbar und die Informationen im Sitzen lesbar. Eine Quizfrage mit Antwort macht den Rundgang informativ und unterhaltsam.
Heute: Station 5 – Lange Straße
Hier befindet sich die Keimzelle der Stadt Bad Driburg. Im 13. Jahrhundert baute man unweit einer strategisch wichtigen Wegekreuzung die erste Kirche (Abbruch 1894), das erste Rathaus (Abbruch 1805) und einen regional bedeutsamen Markt aus – geschützt durch eine Stadtmauer.

Die Lange Straße ist ein Teil des Westfälischen Hellwegs. Diese über 5000 Jahre alte Handelsroute reichte vom Rhein bei Duisburg über Dortmund bis zum Weserübergang bei Höxter/Corvey. Von Paderborn an verlief sie als in der Neuzeit chausseeartig ausgebaute Fernverkehrsstraße von Münster bis Seesen/Niedersachsen (seit 1949: Bundesstraße B64) mitten durch Bad Driburg, bis die Verbindung schließlich ab 1971 als Ortsumgehung an der Stadt vorbeiführte. Heute ist der Straßenzug die Haupteinkaufsstraße. Von 2011 bis 2019 wurde die Lange Straße städtebaulich umfangreich aufgewertet. Das Ziel bestand darin, die Straße als Boulevard mit einem neuen Pflaster, neuen Sitzmöglichkeiten, neuer Möblierung und einer neuen Allee zeitgemäß zu gestalten.
Vom Konrad-Adenauer-Ring bis zur Dringenberger Straße erstreckt sich die Haupteinkaufsstraße als Fußgängerzone und gefühltes neues Stadtzentrum. Einst galt der Bereich als Neustadt. Das Einkaufszentrum „Am Hellweg“ ist das Ergebnis einer umfangreichen städtebaulichen Neuordnung in den 1970er-Jahren.
