Doris Dietrich
Bad Driburg. Informationstafeln geben spannende Einblicke in die Geschichte unserer Stadt. In loser Folge stellen wir sie hier vor. Viele Bad Driburger gehen täglich daran vorbei – ein kurzer Halt lohnt sich jedoch. Die Tafeln stehen im Stadtzentrum. Sie laden zu einem besonderen Rundgang ein: Jede Station widmet sich einem eigenen Thema. Die Tafeln sind barrierearm und mit Brailleschrift versehen. Eine Quizfrage mit Antwort macht den Rundgang informativ und unterhaltsam.
Heute: Station 4 – Rathaus (Rathausplatz)
Ein Blick zurück
Quelle: Unbekannt
Clip: KI-generiert
Das erste Rathaus befand sich mitten auf dem heutigen „Alten Markt“, unmittelbar südwestlich der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Es war als Fachwerkhaus gebaut und schloss den Stadtentwicklungsprozess Driburgs im 13. Jahrhundert ab. In den Markt auf der Langen Straße ragte es wie eine Barriere hinein. Genau in der Stadtmitte errichtet demonstrierte es so die Gewalt der städtischen Obrigkeit gegenüber dem Marktgeschehen. 1805 musste das Gebäude dem Ausbau der Langen Straße und dem Markt weichen. Zu dieser Zeit hatte es die Funktion, städtische Macht zu demonstrieren, verloren.
Quelle: Unbekannt
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Das zweite Rathaus wurde in der preußischen Zeit des 19. Jahrhunderts gebaut. Am nördlichen Rand der Innenstadt an der alten Stadtmauer in der Schulstraße gelegen war das Gebäude ursprünglich als Armenhaus gebaut worden. Die preußische Gemeindeordnung band die Kommunalverwaltung eng an den Staat. So gab es wenig eigene Gestaltungsmöglichkeiten für die Ratsherren und den Bürgermeister. Erst nach der Schleifung der Stadtmauern gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann Driburg, sich entlang der Langen Straße nach Osten in Richtung Bad zu entwickeln.
Nachkriegszeit: Ziegelbauten und Schutt sprechen von Wiederaufbau und Historie.
Quelle: Unbekannt
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Der Bau des dritten und heutigen Rathauses begann 1939. Gemeinsam mit dem westlich davon gelegenen Kino wurde es auf einer Industriebrache errichtet. Die einst an dieser Stelle gelegene Glashütte „Friedrichshütte“ war schon zehn Jahre zuvor aufgrund der Weltwirtschaftskrise geschlossen worden. Rathaus und Kino liegen auf „halbem Wege“ zwischen der Altstadt und dem Bad und spiegeln somit das Stadtwachstum vom Mittelalter zur Gegenwart wider. Die Architektur beider Bauten wird als „Heimatschutzstil“ bezeichnet. Dieser Stil sollte damals zum einen repräsentieren und zum anderen die regionalen Traditionen des Bauens widerspiegeln und die Gebäude durch ihre Schlichtheit hervorheben. Auf Verzierungen und historisierende Elemente wurde deshalb bewusst verzichtet.
Das Kino konnte schon zum Jahreswechsel 1939/40 fertiggestellt werden. Das Rathaus hingegen blieb bis Kriegsende ein Rohbau und war erst 1947 bezugsfertig. Für die Verbreitung der nationalsozialistischen Propaganda war ein Kino wichtiger als ein Verwaltungsgebäude. 1975 wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung ein Anbau an das Rathaus erforderlich. 1978 waren die Bauarbeiten abgeschlossen.
Bild: Doris Dietrich
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Traumhafter Winter 2026 ⬇️ Bilder: Doris Dietrich
