Doris Dietrich
Bad Driburg. Am letzten Samstag fand ein stimmungsvoller Wortgottesdienst mit Taizé-Gesängen in der Kirche „Zum verklärten Christus“ in Bad Driburg statt. Schon vor der Kirche luden Lichter freundlich ein und leiteten die Besucher. Innen sorgten rote und blaue Lichtakzente und zahlreiche Kerzen im Altarraum für eine besondere Stimmung.
Verantwortlich für den Abend war das Thementeam unterstützt vom Gemeinderat und dem Taizé-Chor unter der Leitung von Barbara Wittrock. Das Thema lautete: „Ich ließ meine Seele ruhig werden und still …“.
Am Eingang wurden die Besucherinnen und Besucher freundlich von Jens Fischer-Claes begrüßt. Jede und jeder erhielt eine Kerze und ein Liedblatt. Das gemeinsame Singen der Taizé-Lieder entfaltete eine einzigartige Wirkung. Gesungen wurden unter anderem „Laudate omnes gentes“, „Bless the Lord“ und „Dona la pace“.
Im dunklen Kirchenraum wurden nach und nach die Kerzen der Besucher angezündet. In der langsam heller werdenden Kirche veränderte sich spürbar die Atmosphäre. Es war Zeit für ein stilles Gebet, zum Atem holen und zum gemeinsamen Singen. Jeder brachte seine Kerze zum Altar, sodass ein beeindruckendes Lichtermeer entstand. Den Abschluss bildeten die Lieder „Wait for the Lord“ und „Behüte mich, Gott“.
Instrumental begleitet wurde der Abend von Monika Beckmeier-Vedder (Querflöte), Petra Schult (Querflöte), Christine Sondermann (Querflöte), Hannah Wittrock (Geige), Melanie Humborg (Oboe und Englischhorn) und Wolfgang Kappe (E-Piano).
Viele Besucher gaben gern eine Spende zur Unterstützung der Musik. Am Ende des besonderen Gottesdienstes halfen viele Hände beim Aufräumen.
Getragen von der gemeinschaftlichen Atmosphäre nutzten die Besucher die Gelegenheit zu Gesprächen. Unter ihnen waren auch junge Menschen wie Ludwig Spieker. Er ist Messdiener seit seiner Erstkommunion.
Hannah Wittrock erzählte: „Ich spiele seit 13 Jahren Geige, mit fünf Jahren habe ich bereits begonnen. Zurzeit lerne ich am Gymnasium St. Xaver und mache im nächsten Jahr mein Abitur.“






Jakob (28) hatte eine besondere Geschichte. Mit einem Taizé-Liederheft in der Hand erzählte er von seinen Erlebnissen. 2012, im Rahmen seiner Firmung, besuchte er den berühmten Ort Taizé in Frankreich. 2014 und nach seinem Abitur 2015 nahm er an weiteren Fahrten dorthin teil. „Die Woche war geprägt von Gebeten mit Gesang und gemeinsamen Aktivitäten.“ Doch Taizé brachte für Jakob nicht nur Ruhe und spirituelle Nähe, sondern auch die Liebe seines Lebens. Bei einem Treffen 2016/2017 in Riga, Lettlands Hauptstadt, lernte er Janina kennen. Heute ist sie seine Frau und singt mit Freude im Bad Driburger Taizé-Chor. Jedes Jahr findet über den Jahreswechsel in einem anderen europäischen Land ein großes Taizé-Treffen junger Menschen statt, bei dem der Zauber von Taizé ins neue Jahr getragen wird. Ihre Geschichte zeigt, wie Musik, Gebet und Gemeinschaft Menschen verbinden können.
Zu den Sängern des Bad Driburger Taizé-Chores gehörte auch Walter Greiten, der sich an besondere Momente seiner Chortätigkeit erinnerte: „Rund 100 Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Chören sangen gemeinsam im Hohen Dom zu Paderborn.“
Der Abend fand seinen ruhigen Abschluss. Der leichte Regen draußen störte niemanden – mit den Taizé-Liedern im Ohr und der nachklingenden Stimmung machten sich die Besucher auf den Heimweg, still, erfüllt und gelassen.
Der nächste Auftritt des Taizé-Chores wird am 22. März in Sandebeck stattfinden – ein weiteres Mal Gelegenheit, diese besondere Musik und Atmosphäre zu erleben.