Doris Dietrich
Bad Driburg/Kiel. 2026 steht das Akkordeon im Rampenlicht: Der Landesmusikrat Schleswig-Holstein kürte es zum Instrument des Jahres, um die Vielseitigkeit, den Klangreichtum und die kulturelle Bedeutung dieses Instruments hervorzuheben. Das Akkordeon ist in vielen Musikrichtungen zuhause und begleitet Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen.


Ein begeisterter Akkordeonspieler ist Bernd Rüthers. Er wurde in Bad Driburg geboren und wuchs hier auf. Sein Elternhaus stand in der Mühlenstraße. Ab 1976 besuchte Bernd die Gemeinschaftsgrundschule Bad Driburg, anschließend von 1980 bis 1986 die Realschule Bad Driburg, unter anderem bei den Klassenlehrern Maria Rittmann und Horst Thiel. Seine Lehre zum Hotelfachmann absolvierte er von 1986 bis 1989 im Kurhaus, wie es damals noch hieß. Heute arbeitet er im „Gräflicher Park Health & Balance Resort“ als Restaurantleiter im „Pferdestall“. Die Musik begleitet ihn seit vielen Jahrzehnten und ist ein fester Bestandteil seines Lebens.
Sein Weg zum Akkordeon begann 1987 im „Spielmannszug Grün-Weiß Pömbsen e. V.“. Dort weckte Stefan Sander sein Interesse an diesem Instrument. Von 1990 bis 2000 arbeitete Rüthers als Kellner beim Eggewirth. Dort spielte Hans Saake auf einer Hochzeitsfeier als Alleinunterhalter auf dem Akkordeon. Dieses Erlebnis verstärkte seinen Wunsch, selbst intensiver zu musizieren. Kurz darauf nahm er deshalb Unterricht bei Hans Saake und lernte viel über Spieltechnik und Repertoire.
Heute spielt Bernd regelmäßig in Seniorenheimen, unter anderem im Carpe Diem und im Seniorat sowie zum Beispiel im Martinstift in Bad Lippspringe. Dort gestaltete er unter anderem am 6. Januar ein stimmungsvolles Akkordeonkonzert mit Gesang. Hinzu kommen Auftritte bei Geburtstagen, Familienfeiern, Veranstaltungen der Schützengilde, im Karneval und an Silvester. Durch die Musik hat er viele Menschen kennengelernt. Besonders berührend sind für ihn die Begegnungen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern in Seniorenheimen, denen er mit seiner Musik Freude bereitet und für schöne Momente sorgt.

Auch der Karneval spielt in seinem Leben eine wichtige Rolle. Im Jahr 2007 war Bernd Karnevalsprinz der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiße Garde e. V. Bad Driburg, eine Zeit, auf die er bis heute gern zurückblickt. Besonders freut ihn, dass der „Pferdestall“ im Gräflichen Park, in dem er heute als Restaurantleiter arbeitet, aktuell die Prinzenhochburg der Karnevalsgesellschaft ist.
Auch ernste Anlässe gehören zu seinem musikalischen Weg. In Erinnerung geblieben ist ihm das Requiem im April 2025 in der Pfarrkirche St. Peter und Paul für einen bekannten Gastronomen, bei dem er das Lied „Die kleine Kneipe“ auf dem Akkordeon spielte.
Im Laufe der Zeit besaß Bernd Rüthers mehrere Akkordeons. Eines erhielt er von Hans Saake, ein weiteres von Ulla Thelaner. Auch auf Reisen ist das Akkordeon oft an seiner Seite. Im August 2018 nahm er ein kleines Akkordeon im Handgepäck mit auf eine Kreuzfahrt. Ein besonderes Erlebnis hatte er 2019 bei einem Ausflug des Wirte-Vereins „Freud und Leid“ Bad Driburg/Warburg. Abends saß er mit seinem Akkordeon in der Hotellobby, wurde schnell zum Mittelpunkt des Geschehens, Menschen tanzten und es entstand eine ausgelassene Stimmung.
„Mein Lieblingsstück ist ‚Butterfly‘ von Daniel Gérard.“ Häufig spielt er nach der Arbeit abends drei bis vier Lieder zum Entspannen. Ans Aufhören hat er nie gedacht. Regelmäßiges Üben ist für ihn selbstverständlich.
Bernd erfuhr beim Weinfest im Oktober 2025, das er musikalisch begleitete, dass das Akkordeon zum Instrument des Jahres 2026 ernannt wurde. Für ihn ist diese Auszeichnung eine schöne Anerkennung für das Akkordeon, das sein Leben seit vielen Jahren prägt.
„Man sollte jede Stunde glücklich erleben, das kann dir keiner nehmen.“
Titelbild: Bernd freut sich über das Instrument des Jahres.