Historischer Glashändler-Wagen nach über 100 Jahren zurückgekehrt

Ein Stück Driburger Geschichte kehrt heim

Alexander Bieseke

Bad Driburg. Eine Rückkehr, wie sie symbolischer kaum sein könnte: Nach mehr als einem Jahrhundert hat ein einzigartiges Relikt der regionalen Glastradition seinen Weg zurück nach Bad Driburg gefunden.

Der Förderverein Glasmuseum Bad Driburg e.V. hat es möglich gemacht: Ein historischer Glashändler-Wagen, vermutlich der letzte seiner Art in ganz Westfalen, sei wieder in seiner Heimatstadt angekommen. Gebaut worden sei er während des Ersten Weltkriegs – eine Zeit, in der Glashandel mit Pferd und Wagen harte Arbeit und gelebte Handwerkstradition bedeutete, so Michael Gäde vom Glasmuseum.

Rund 30 Jahre lang habe der imposante Wagen – etwa vier Meter lang, drei Meter hoch – im LWL-Glashüttenmuseum in Gernheim bei Petershagen gestanden. Dort habe man ihn aus dem Besitz des Bad Driburger Glashändlers Johannes Loke übernommen. Nun, im Zuge von Umbaumaßnahmen, habe sich für das Museum die Frage gestellt: Wohin mit diesem monumentalen Zeugnis westfälischer Glaskultur?

Und genau in diesem Moment sei die Gelegenheit gekommen – und der richtige Ort. Josef Reckers, Vorsitzender des Fördervereins Bad Driburger Glasmuseum, habe ohne Zögern zugesagt, als die Anfrage aus Gernheim kam. „So eine Chance bekommt man nur einmal“, habe er gesagt – und die Rückkehr nach Bad Driburg sei besiegelt gewesen.

Elko Brouwers, Dr. Carolin Krämer und Josef Reckers bei der Übergabe.


Am Mittwoch, dem 9. Juli 2025, sei es dann soweit gewesen: Bauhof-Mitarbeiter Bernhard Weskamp habe seinen LKW mit Anhänger vorbereitet und sich gemeinsam mit einem kleinen Team Richtung Gernheim auf den Weg gemacht. Vor Ort sei der Wagen bereits von der wissenschaftlichen Referentin Dr. Carolin Krämer übergabebereit übergeben worden – perfekt verpackt für die Reise zurück an seinen Ursprungsort.

Emotionale Momente habe es gegeben, als der Wagen schließlich in Bad Driburg eintraf. Vorerst sei er in den Räumen der Leonardo-Manifattura untergebracht worden – ein herzlicher Dank gehe an die Betreiber für diese spontane Unterstützung.

Ein großes Ereignis werfe bereits jetzt seine Schatten voraus: Zum Glasstadtfest am 20. und 21. September 2025 solle der Wagen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden – ein Moment, dem viele Glasfreunde und Bad Driburger bereits entgegenfieberten. Ein endgültiger Ausstellungsort müsse zwar noch gefunden werden – doch die Rückkehr sei geglückt.

Ein herzliches Dankeschön richte sich an alle, die diesen besonderen Transport ermöglicht hätten: Bernhard Weskamp, Elko Brouwers, Josef Reckers und Michael Gäde. Sie alle hätten dafür gesorgt, dass Geschichte nicht nur bewahrt, sondern lebendig zurückgeholt werde.

Hier steht er nun in seiner neuen “Garage”.

Titelbild: Zurück zu Hause

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