„Fridays for Future“ – Interview mit Duncan Fröhlingsdorf

Bad Driburg. Der neunzehnjährige Abiturient, der Politikwissenschaft studieren möchte, ist einer der Aktivisten und Organisatoren der Bad Driburger „Fridays-for-Future“-Bewegung. Nach der Demonstration heute Mittag stand er Bad Driburg im Blick für ein telefonisches Interview zur Verfügung.
Duncan Fröhlingsdorf schätzt, dass rund 175 Teilnehmer dem Umzug folgten, der von der Langen Straße über den Konrad-Adenauer-Ring zum Stadtgarten und zurück zum Leonardo-Brunnen führte. Der Abiturient legt Wert auf die Feststellung, dass FfF – anders als etwa das Jugendparlament – sich nicht vom politischen Alltag beeinflussen lässt. Er selbst interessiert sich seit Juli 2018 für die Protestbewegung.

Er ist kein Fan von Vorbildern, etwa Greta Thunberg, er möchte seinen Weg unabhängig und selbstständig finden. Für den Klimaschutz engagiert er sich privat, indem er zum Beispiel auf den Konsum von Fleisch verzichtet, bei Spaziergängen mit seinen Hunden stets einen Müllsack mit sich führt und am Wegrand Plastikmüll aufsammelt.
An den FfF-Demos lobt er vor allem das politische und soziale Engagement der jungen Leute. Kein Verständnis hat er für den Widerspruch oder die Doppelmoral mancher Kritiker, die einerseits der Jugend Politikverdrossenheit vorwerfen, auf der anderen Seite ihr Engagement in der jungen Umweltbewegung kritisieren. Er ist der Ansicht, dass Politiker vom Aktionismus der Jugendlichen lernen können, und findet es bewundernswert, dass sich so viele aus verschiedensten Gründen mobilisieren lassen.

Die FfF-Bewegung kämpfe nicht nur für das Klima, sie habe auch einen sozialen Effekt, bringe alle über anfängliche Unterschiede hinweg näher zusammen und vernetze sie. Duncan Fröhlingsdorf hat keine Bedenken, dass Trittbrettfahrer die Bewegung instrumentalisieren könnten.
Auch mit rund 35 Aktivisten trifft er sich analog ein- bis zweimal pro Woche. Sie richteten eine WhatsApp-Diskussionsgruppe ein und sind auch bei Facebook, Twitter und Instagram vernetzt.