Bad Driburg im Blick – Besondere Plätze unserer Stadt – Teil 3: Eggelandpark mit ehemaliger Klinik

Bad Driburg. Nachdem nun die Stadt Bad Driburg kurz vor dem Erwerb des Areals samt Gebäude steht, durfte BDiB mit der Erlaubnis der Landesliegenschaftverwaltung in Düsseldorf einmal auf das gesicherte Gelände und hat einmal den mittlerweile sich selbst überlassenen Park besucht.

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„Kuren für die Opfer des Krieges – Bestand der ehemaligen Versorgungskuranstalt »Eggelandklinik«

Der Vorgängerbau der Eggelandklinik wurde bereits 1873 als »Privatheilanstalt für Bleichgesichtige und Nervöse, Kaiser-Wilhelm-Bad« in Bad Driburg gegründet. 1901 kaufte die Reichsheeresverwaltung das private Sanatorium. Es diente seitdem als »Genesungsheim und Militär-Kurhaus Bad Driburg« der Erholung und Genesung von Angehörigen des Deutschen Heeres.

1920 machte das nun zuständige Reichsarbeitsministerium aus dem »Genesungsheim« eine »Kuranstalt für Kriegsbeschädigte«. Die Aufgabe, für die Opfer
des Krieges und dessen Spätfolgen ein »Paradies und Ruhepool« zu sein, hat die »Versorgungskuranstalt Bad Driburg« bis zu ihrer Schließung im Jahr 2008 beibehalten.

Von 1939 bis zum Kriegsende wurde die Klinik als Lazarett genutzt. Nach einer zeitwei-
ligen Nutzung seit 1946 als »Kurheim für Verfolgte des Naziregimes« wurde die »Versorgungskuranstalt für Kriegsbeschädigte Bad Driburg« 1951 schließlich wiedereröffnet. Seit diesem Zeitpunkt war die Eggelandklinik in Bad Driburg eine landeseigene Kurklinik, deren Aufgabe es war, Badekuren für Kriegsbeschädigte nach dem Bundesversorgungsgesetz durchzuführen. Kuren in Bad Driburg durften in der Klinik nicht
nur Kriegsbeschädigte im eigentliche
Sinne, auch Opfer von Kriegsfolgen, oft stark traumatisierte Patienten und ihre Angehörigen konnten sich in Bad Driburg erholen. Die Klinik
unterstand direkt dem Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, womit die archivische Zuständigkeit trotz der geographischen Lage in Ostwestfalen auf das ehemalige Hauptstaatsarchiv (jetzt Landes-
archiv NRW, Abteilung Rheinland)
in Düsseldorf fiel.

Da man keine »Anstalt« mehr sein wollte, wurde die Klinik per ministerialen Erlass
vom 28.08.1973 in »Eggelandklinik«
umbenannt. Als Anfang März 2008 öffentlich
bekannt wurde, dass die Eggelandklinik zum 31.3.2008 für immer ihre Pforten schließen sollte, wandte sich die Abteilung Rheinland des Landesarchivs NRW in Düsseldorf
an den zuständigen Referenten des
Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS). Dieser sicherte dem Landesarchiv die Übernahme der in der Klinik noch vorhanden Unterlagen zu. In einer Gemeinschaftsleistung des Landesarchivs
wurden dann im April 2008 die Unterlagen vor Ort in Bad Driburg durch einen Kollegen der Abteilung Ostwestfalen-Lippe des Landes-
archivs NRW gesichtet und bewertet. Anschließend schickte man die Unterlagen an die zuständige Abteilung nach Düsseldorf. Dort mussten einige Pläne und Patientenbücher aufgrund von Schimmelschäden direkt der Restaurierung übergeben werden.

Der Bestand mit rund 80 Archivkartons ist sehr vielfältig. Neben Generalakten und Akten zu den einzelnen Quellen wurden auch Fotos,
Personalakten, Patientenakten und Bauakten übernommen. Die Bauakten enthalten viele Baupläne und Karten zu den zahlreichen Erweiterungs- und Renovierungsmaßnahmen des Klinikgeländes. Daneben fanden sich Akten zu den vier Heilquellen der Klinik seit den 1920er Jahren.“

Antje Diener-Stäckling